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Allgemeines Feuerwehrfahrzeuge
sind grundsätzlich als Einzelanfertigungen sehr teuer. Fahrzeuge
und Geräte die in Serie hergestellt werden, sind deshalb im
Regelfall wesentlich kostengünstiger.
Deshalb hat auch in den letzten Jahren in den Feuerwehren, welche
hauptamtliches Personal beschäftigen, das Wechselladersystem
an Bedeutung gewonnen. In der freien Wirtschaft hat sich dieses
schon lange mit großem Erfolg bewährt.
Grundsätzlich müssen Fahrzeuge des Ersteinsatzes immer
„Selbstfahrer“ sein. Für Geräte, die aber
nicht unmittelbar dem Ersteinsatz zugeordnet werden müssen,
ist das Wechselladersystem praktikabel.
Selbstfahrer sind bei der Verwendung in der Feuerwehr Fahrzeuge,
die im Ersteinsatz entweder allein oder im Verbund mit anderen Fahrzeugen
im Löschzug ausrücken. Fahrgestell und Aufbau sind eine
Einheit.
Im Wechselladersystem sind Fahrgestell und Aufbau getrennt. Die
Aufbauten als Abrollbehälter vorgehalten, können im Bedarfsfall
gewechselt werden. Da dieser Vorgang einige Zeit benötigt,
ist das Wechselladersystem im Regelfall bei der Feuerwehr auf den
sogenannten „Zweiten Alarm“ ausgerichtet das heißt,
es handelt sich um feuerwehrtechnisches Gerät, welches nicht
unbedingt in der Erstphase eines Einsatzes benötigt wird.
Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen davon aus, dass mit einem
Wechselladerfahrzeug bis ca. drei Abrollbehälter sinnvoll und
wirtschaftlich betrieben werden können. Grundvoraussetzung,
dass das Wechselladersystem seine Flexibilität erst voll entfalten
kann, ist die Vorhaltung von zwei Wechselladerfahrzeugen für
einen Standort. So ist auch gewährleistet, dass auch bei Ausfall
eines Fahrzeugs die vorhandenen Behälter im Rahmen definierten
Eintreffzeiten noch zur Einsatzstelle gebracht werden können.
Weiterhin werden durch den Betrieb eines Wechselladersystems - da
weniger Selbstfahrer vorgehalten werden - die auf die Dauer eines
Fahrzeugalters sonst üblichen Standschäden und die damit
verbundenen kostenintensiven Reparaturen minimiert. Das System ist
allerdings nur optimal nutzbar, wenn bei einem Standort zwei Wechselladerfahrzeuge
vorhanden sind.
Im übrigen besteht auch die Möglichkeit für andere
Gemeinden, der Wechselladergemeinschaft beizutreten.
2. Welche Vorteile bringen
Wechselladersysteme allgemein ?
Wechselladersysteme haben den
Vorteil eines wesentlich geringeren Unterhaltungsbedarfs.
1. keine Steuer
2. keine Kosten für Treib- und Schmiermittel
3. keine Kosten für Reifen
4. keine TÜV-Kosten
5. keine BSU (Bremssonderuntersuchung)
6. keine ASU (Abgasuntersuchung)
7. geringe Abnutzungserscheinungen
8. einfache Instandhaltung (Schlosser-/Lackierarbeiten)
9. Mehrfachnutzung möglich
10. leichte Umbaumöglichkeiten auf neue Gerätschaften
11. Geringe Anschaffungskosten des Grundbehälters
12. Geringe Ausfallzeiten, da ein Abrollbehälter durch andere
Fahrzeuge transportiert werden kann
13. sehr robust
14. Größe des Behälters kann auf Bedürfnisse
abgestimmt werden
15. Kompatibilität mit anderen Feuerwehren
3. Welche Nachteile haben Wechselladersysteme allgemein
?
Der wesentliche Nachteil liegt
darin, dass diese Systeme nur eingeschränkt als primäre
Einsatzgeräte zum Einsatz zu bringen sind.
1. im aufgesattelten Zustand hohe Entnahmehöhen
2. relativ hoher Schwerpunkt
4. Einsatztaktische Vor- bzw. Nachteile
Vorteile:
1. von relativ wenig Personal kann relativ viel feuerwehrtechnisches
Gerät zu einer oder mehreren Einsatzstellen transportiert werden.
2. im abgesetzten Zustand besteht eine sehr gute Zugänglichkeit
zu den Gerätschaften
3. Geringe Entnahmehöhe im abgesetzten Zustand
4. Möglichkeit, schwere Geräte fahrbar zu lagern und an
den Einsatzort zu bringen
5 . Eignung, mehrere Behälter in Ergänzung aufeinander
abzustimmen
6. Gute Raum- bzw. Volumenausnutzung
Nachteile:
1. Zeitaufwand zum Absetzen des Behälters
2. wenn Behälter abgesetzt und das Trägerfahrzeug zum
Transport eines weiteren Behälters unterwegs ist, ist das Versetzen
des Behälters nur schwer möglich
3. zum Absetzen ist ein möglichst ebener Untergrund notwendig
4. an engen Einsatzstellen ist ein rangieren von Behältern
nur schwierig möglich (doppelte Länge des Fahrzeugs)
5. da der Aufstellungsort aus Platzgründen in Einzelfällen
nur in einiger Entfernung zur Einsatzstelle möglich ist, müssen
die Gerätschaften über relativ große Distanzen transportiert
werden. Dieses Problem ist allerdings mit Rollwägen technisch
zu lösen.
5. Technisch / taktische Beurteilung und Abwägung der
Vor- und Nachteile
Wie bei den Vorteilen (Kompatibilität
mit anderen Feuerwehren) dargestellt, bietet das Wechselladersystem,
bezogen auf die geographischen und topographischen Verhältnisse
unserer Region, unseres Erachtens die Möglichkeit, dass sich
in einem definierten Bereich, in dem eine Eintreffzeit (Ende der
Alarmierung bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle) von 20 bis
30 Minuten eingehalten werden kann, mehrere Gemeindefeuerwehren
zu einer „Wechselladergemeinschaft“ zusammenschließen
und somit über die für den eigenen Grundschutz hinaus
vorzuhaltenden Spezialgeräte, in einem Abrollbehälter
„nur ein- oder zweimal“ vorgehalten werden müssen,
bzw. damit erst die Möglichkeit besteht, diese überhaupt
vorzuhalten. In der Abwägung der Vor- und Nachteile überwiegen
die Vorteile bei weitem. Das Wechselladersystem eignet sich somit
auch als gemeinsam zu betreibendes Projekt. Diese Systeme haben
sich bereits in vielen Bereichen bewährt.
6. Welche Synergieeffekte sind nach dem derzeitigen Stand
der Überlegungen erreichbar?
1. Für vier Standorte werden
lediglich noch „ein“ maximal „zwei“ Abrollbehälter
vorgehalten.
2. daher Reduzierung der sogenannten „Selbstfahrer“
für jeden Standort, somit Reduzierung der Investitionskosten
und der Folgekosten für Unterhaltung und Instandsetzung der
Fahrgestelle
3. Durch den Einsatz von Abrollbehältern können z.B. beim
Einsatz eines AB als Ersatz für einen RW 2, RW-Öl oder
SW 2000, GW-G, GW-A allein bei den Unterhaltungsmaßnahmen
pro Jahr
- für Ersatzteile
-Treib- und Schmiermittel
-Reifen
-Versicherung
-TÜV, BSU, ASU
ca.1.500 € pro Fahrzeug eingespart werden (aus einem Durchschnitt
von zehn Jahren errechnet). Nicht berücksichtigt sind evtl.
auftretende Reparaturen.
4. Reduzierung der technischen Ausstattung für die einzelnen
Städte und damit Reduzierung der Folgekosten für die technische
Beladung (Prüfungen nach GUV, Wartung und Instandsetzung) und
der notwendigen Stellplätze
5. Verbesserung der Auslastung der vorgehaltenen Systeme
Das Gesamtsystem sollte mit folgenden
Abrollbehältern ausgestattet werden, wobei spätere Ergänzungen
jederzeit möglich sind:
Folgende Abrollbehälter sind
vorhanden bzw. aus heutiger Sicht notwendig: |